indiebookday 2018 – Tag 6: Anders

Das Thema Anders ist natürlich nicht so kreativ bei unabhängigen Verlagen, deren Grundsatz das Anderssein ja quasi ist. Trotzdem finde ich den Begriff bei diesen letzten drei Verlagen dieser Woche passend.

Verlag der Autoren

Der erste Kandidat ist schon anders von seiner Organisationsstruktur, denn er gehört den Mitarbeitern und Autoren selbst. In einer Gesellschafterversammlung wird „die wirtschaftliche und programmatische Entwicklung des Verlags“ bestimmt. Gegründet wurde er 1969 als Theaterverlag, entwickelte sich aber schnell auch zu einem Vermittler von Drehbüchern und Hörspieltexten. Seit 1980 werden zudem Bücher veröffentlicht. Außerdem arbeiten sie als Agentur für Regisseure und im Literaturbereich und verwalten die Rechte von Choreographen.

Wajdi Mouawad

Bekannt geworden im Theaterbereich ist er vor zehn Jahren mit „Verbrennungen“, das einfach nur genial ist. „Wälder“ ist ähnlich gestört, aber ebenfalls sehr gut. Er hat eine eigene, poetische Sprache und schafft es jedes Mal, Zuschauer*innen oder Leser*innen emotional komplett zu zerstören und man findet es auch noch toll. Besprochen habe ich seinen Roman „Anima“, der allerdings bei dtv erschienen ist.

Dea Loher

Eine feste Größe in der deutschen Theaterszene, war „Unschuld“ das erste Stück, mit dem ich auf sie aufmerksam wurde, damals im Leistungskurs Deutsch. Auch ein paar andere Stücke habe ich von ihr inzwischen gelesen. Sie kann Beziehungen zwischen Menschen wunderbar mit wenigen Worten zeichnen und einzigartige Figuren zeigen.

Querverlag

Dieser Verlag sollte eigentlich nicht unter „anders“ fallen müssen, tut es aber, weil er ein schwul-lesbisches Programm macht. Irgendwann wird das vielleicht nicht mehr anders, sondern normal sein, aber momentan nicht. 1995 von Ilona Bubeck und Jim Baker gegründet, vereint das Programm anspruchsvolle Belletristik und Sachbücher zu diversen Themen des queeren Spektrums.

Ausgerechnet sie – Corinna Waffender

Eine Geschichte über zwei Frauen, die nicht nur sich selbst und die Liebe entdecken, sondern auch die Geschichte ihrer Familien. Die lesbische Beziehung steht nicht unbedingt im Zentrum, sondern die Liebe ganz allgemein und das, was sie auslösen kann.

Dieses ist nicht mein einziges Buch aus dem Verlag, denn auch die Trilogie von Tania Witte habe ich sehr gern gelesen.

Weidle

Hauptgebiet sind hier Exilautoren, besonders aus Zeiten des Nationalsozialismus. Mit der Zeit blickte man aber auch in die räumliche Ferne und überträgt unbekannte, gegenwärtige Texte aus fremden Sprachen. Auch Kunst spielt eine Rolle bei dem 1993 gegründeten Verlag, so gestalten Künstler die Cover der Bücher und es werden Kunstkataloge verlegt. Neben Romanen runden Sachbücher und (Auto-) Biografien das Programm ab.

Der Spaziergänger von Aleppo – Niroz Malek

Viele kleine Texte, die uns das Leben mit und im Krieg in Syrien zeigen. In Bildern, die wir nicht immer ganz entschlüsseln können, die aber dennoch etwas in uns berühren. Das Buch habe ich schon in einem Beitrag vorgestellt.

Das war eine Woche voller Beitrage, Verlage und Bücher. Ich hoffe, ihr habt Neues kennen gelernt und seid vielleicht ein wenig inspiriert worden, denn morgen heißt es: Ab in die Buchhandlung und das Buch eines unabhängigen Verlags kaufen! Oder auch gleich mehrere…. Nicht den Hashtag #indiebookday vergessen, denn es geht ja um Aufmerksamkeit.

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